Jeder Linuxuser wird das Problem kennen. An sich ist es ja nett, dass das Internet heutzutage alles an Filmen bietet, was das Herz begehrt. Nur wie soll man es als Linuxuser rechtlich und moralisch richtig konsumieren? Generell gehe ich davon aus, dass wenn ich etwas nutze/konsumiere, ich auch dafür eine Gegenleistung erbringe, ansonsten würde unser derzeitiges Wirtschaftssystem nicht funktionieren.

Meine Überlegungen/Erfahrungen dazu sind folgende:

  • Kaufen: Ja gut, ich könnte die Mediatheken der ÖR und der privaten Rundfunksender nutzen und Filme aus der Videothek leihen oder diese kaufen. Die meisten Linuxuser, sind aber wohl doch eher daran interessiert aktuelle Techniken – wie Streaming – zu nutzen. Außerdem kann das Kaufen und Ausleihen ganz schön ins Geld gehen und die Mediatheken haben eine begrenzte Auswahl für, teilweise, begrenzte Zeit.
  • Um auf der richtigen Seite zu sein, bezahlt man einen deutschen Streamingdienst und steht dann vor der Aufgabe Pipelight usw. zu installieren. Nur dabei regte sich mein “Ich bezahle für einen Dienst, der mir keinen Support bietet, mich nicht unterstützt und eigentlich nicht will. Und ich muss mit Wine und wasweissich rumfrickeln, um das nutzen zu können, was ich bezahle” – Gefühl.
  • Kinox.to und Co nutzen. Hier kann viel diskutiert werden. Angeblich rechtlich im grauen Bereich, aber moralisch auf jeden Fall nicht ganz in Ordnung.
  • Nach dem Artikel auf linuxundich (der Blog reagiert gerade nicht) bin ich schon etwas in Verzückung geraten, dass es nun doch einen Anbieter – Netflix – gibt, der unter Linux nutzbar ist, ohne das Pipelight getue. Ich habe auch mit dem Support gechattet, mit der Pointe “Probiere den Probemonat (Sehr kompetent, selber Linuxuser, allerdings darf er offiziell keinen Linux-Support leisten, daher bringt’s also nicht viel diesen anzuschreiben.)”. Auch wenn das Geld nun nicht in Deutschland/Europa bleibt, so werde ich mein Geld dem Dienst geben, welcher Linux als erster unterstützt, auch wenn ich lieber bei einem der hiesigen wäre.
    Leider war die Umsetzung nicht mehr ganz so schön. Ich installierte also Chrome und habe die Libnss3 in der Version höher als 3.16.2 (bei Ubuntu 14.04.1 schon dabei). Ergebnis: Gleicher “Fehler” wie bei anderen Browsern.
    netflix mit Chrome und Ubuntu

    netflix mit Chrome und Ubuntu

Woran das liegt, dass Netflix nicht out of the Box funktioniert hat, kann ich nicht sagen (und darum soll es in diesem Beitrag auch nicht gehen). Aber mir persönlich ist es zuwider für einen Dienst Geld zu bezahlen, der mich nicht supportet und ich ihn nur auf Umwegen nutzen kann.

Dazu kommt der Gedanke, dass Linuxuser durchaus eine Masse sind, an der man verdienen kann – wenn auch wenig. Wenn nun die meisten Linuxuser durch Pipelight und die Nutzung von Chrome usw. bereits ihr Geld zu Streaminganbieter tragen, verkleinert sich der Reiz/Druck für die Anbieter eine Linux/HTML5/wasweissich – Lösung zu schaffen.

Die Lösung meiner Träume wäre also: Ein Streaminganbieter, welcher

  • in Deutschland/Europa sitzt (Es muss ja nicht alles nach Übersee fließen)
  • Datenschutz ernst nimmt
  • kein Monopol ausgebaut wird (z. B. Amazon)
  • Freie Standards und Techniken, durch die Nutzung derer, gefördert werden
  • Der Nutzer keinerlei unfreie Zusatzinstallationen und Gefrickel benötigt.

Aber wie es aussieht, sind wir noch weit davon weg, ich habe vor einigen Monaten mal alle größeren Anbieter angeschrieben und von allen nur ernüchternde Antworten bekommen, dass Linux nicht unterstützt wird. Manche haben wenigstens auf Pipelight verwiesen.

Auf Linuxundich wirft das erste Kommentar noch die Aussage in den Raum, dass man als Nutzer gezwungen wird DRM Geschichten zu installieren. Daher meine Frage zum Schluss: Geht es überhaupt ohne? Also eine Lösung, dass Streaminganbieter sichergehen können, dass nur ihre zahlende Kundschaft die Inhalte bekommt und die Kunden allerdings kein Silverlight oder Chrome usw. benötigen?

Mal sehen, was die Zukunft bringt ….