Gestern wurde das neue Ubuntu 16.04 mit longtime Support (LTS) und dem schönen Namen Xenial Xerus (gastfreundliches Borstenhörnchen 😉 ) released. Standardmäßig wird die 64bit Version heruntergeladen, die 32 bit Version findet sich in “alternative Downloads”. Das macht sicherlich Sinn, da alle halbwegs aktuellen Rechner 64 bit unterstützen.

Ubuntu 16.04

Bild: Ubuntu 16.04

Heruntergeladen und auf einen USB Stick mithilfe von
sudo dd if=/home/timotheus/Downloads/... of=/dev/sdb
ist es dank 50MiB/s (Uni) und USB 3.0 recht schnell.

Als proprietäre Treiber wird der “Prozessor microcode firmware for intel CPUs von intel-microcode…” ohne das Zutun des Nutzers installiert.

Gerade für Nutzer von Unity hat sich erst einmal optisch nicht viel verändert. Aktuelle Programme und Bibliotheken (z. B. LaTeX-Pakete) machen eine Installation attraktiv. Und für Nutzer wie mich, welche die Finger nicht stillhalten können, wenn etwas Neues herauskommt, gibt es sowieso keine alternative zur sofortigen Installation.

Für mich hat sich das Update gelohnt, da die neue Version von Pidgin (mit Jabber) nicht mehr Probleme mit selbst erstellten Zertifikaten hat und mein LaTeX-Template weniger manuelle Installationen benötigt. Programme wie Karten und Kalender versprechen häufig Verwendung zu finden und den Alltag zu bereichern, da im Fall von Kalender nicht mehr Thunderbird geöffnet werden muss, um einen Termin einzutragen.

Kalender

Bild: Kalender

Für den Endanwender am auffälligsten dürfte noch die aktualisierung von Libreoffice auf 5 (genauer 5.1.2.2) sein. Firefox und Thunderbird werden wie gewohnt unabhängig vom Betriebssystem geupdatet.

Nach der Installation habe ich:

  • Unity Tweak Tool, VLC, Scribus, Inkscape, GIMP, Texstudio (mit einigen zusätzlichen Paketen) und nautilus-image-converter installiert.
  • Firefox bekam das Plugin Adblock Plus und Thunderbird MinimizeToTry, um es schließen zu können, ohne es zu beenden.
  • Der Starter Links die Farbe schwarz und es gab ein eigenes Hintergrundbild
  • Fenster werden per Unity Tweak Tool durch einen Klick auf das Symbol im Starter zum minimieren gebracht (bei mehreren offenen Fenstern eines Programmes folgt zuerst die Anzeige derer)

    Minimieren

    Bild: Minimieren

  • Kleine Anpassungen im Design folgten. Der Screenshot sieht düsterer aus, als das System tatsächlich ist. Zudem finde ich dunkle Leisten beim Arbeiten sehr angenehm, da das aktuell genutzte Programm optisch in den Vordergrund tritt.

Nachdem E-Mails eingerichtet und eigene Dateien wieder auf das Notebook kopiert waren, sind 60 Minuten vergangen und das neue System war Einsatzbereit. Das ist beeindruckend schnell und ist für mich auch der Grund für die Nutzung von Ubuntu mit Unity.

Nach der Einrichtung

Bild: Nach der Einrichtung

Wer mehr wissen möchte, was in Ubuntu alles neu ist, kann das in den Release Notes von Canonical oder didaktisch reduziert und auf Deutsch auf ubuntuusers.de machen.

Wer da etwas ruhiger unterwegs ist, dem kann ich den Tipp geben, etwas zu warten. Zwar ist Canonical mit Ubuntu 16.04 mal wieder ein grandioser Wurf gelungen, allerdings darf an ein paar Ecken noch geschliffen werden. Es ist jedoch anzunehmen, dass in den folgenden Wochen diese per Update behoben werden. Die folgenden Unschönheiten sind auf einem Lenovo Thinkpad X230 entstanden:

  • Das gravierendste zuerst. Wenn ich Firefox, Liferea, oder Thunderbird minimiere und wieder öffne, dann trifft die Maus ihr ziel nicht mehr. Manche Buttons können angeklickt werden, allerdings muss man herausfinden, wohin. Andere, wie neue Tabs öffnen geht garnicht mehr. Bisher hilft nur ein Neustart des Programms.
  • Bildlaufleisten werden trotz unity tweak tool nicht “wie früher” angezeigt.

    Rückwärtskompatibilität

    Bild: Rückwärtskompatibilität

  • Karten, was ein wirklich tolles Programm wäre, reagiert einfach nicht richtig. Nach dem Suchen einer Stadt, passiert im Grunde garnichts. Die Idee ist ja, dass er die eingegebene Stadt sucht und nach einem Klick auf den gefundenen Ort diese heranzoomed. Bei mir bleibt das manuelle Scrallen zum richtigen Kontinent, Land, Stadt, Straße…

    karten

    Bild: Karten

  • Das neue Softwarecenter hat bei mir nicht alle Programme gefunden. So konnte ich Scribus und Pidgin nur über den Terminal installieren. Das kann natürlich auch einfach an einem fehlenden Neustart oder so liegen. Nach der Installation sind die entsprechenden Programme im Softwarecenter integriert.

Wie diese Probleme von mir oder per Update behoben werden, werde ich natürlich berichten.

Bleibt von meiner Seite noch ein

Dankeschön

an alle Entwickler, Tester und sonstwie beteiligten Menschen an Debian und Ubuntu, die es möglich machen ein so funktionales und schönes Betriebssystem im Rahmen freier Software herauszubringen.