Ihr kennt das ja. Eine Sache sieht toll aus und so nimmt man sich vor sich irgendwann mal damit zu beschäftigen. Ein solches Projekt, das mir von einem Freund gezeigt wurde, ist movim (Abkürzung für “My Open Virtual Identity Manager”).

 

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Die Rede ist von einem Stück freier, dezentraler Communitysoftware, welche auf dem XMPP Protokoll aufbaut. Aufbauen bedeutet, dass man sich mit seinem Jabberaccount auf der Plattform anmeldet und dann gleich all seine Kontakte zur Verfügung stehen und von nun an alle Ereignisse auch dort vorzufinden sind.

Interessant dabei ist, dass jeder sich einen Server installieren kann. Somit ist es dezentral und kein zentrales System kann aufkommende Daten missbrauchen. Die Plattform kann sehr schön Dateien, Bilder usw. verwalten – wer Jabber mit den üblichen Clients nutzt, weiß, dass dies bei der Vielzahl an Clients nicht immer problemlos möglich ist. Gruppen anlegen wird hier grafisch und ganz einfach ermöglicht und es gibt auch hier offline Nachrichten. Man kann zuschauen, wie auf der Plattform die Worte, die man über einen anderen Client schreibt aktualisiert werden und auch offline Nachrichten bleiben verfügbar. Laut der Homepage kann man auch Nachrichten nachträglich ändern  und es gibt eine Übertragungsmeldung.

In meinem eigenen Test auf dem niederländischen Server – die Zeit einen eigenen sogenannten POD zu installieren war noch nicht da – ergab, dass alles wirklich hübsch aussieht und funktioniert. Leider dachte ich aber, dass ich meine Daten dort lösche, wenn ich auf “… löschen” klicke. Dann war allerdings mein Account auf meinem eigenen Jabberserver (openfire) gelöscht – recht dominant also.

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es kein Problem Server2Server Verbindungen herzustellen, also wenn einer der Kontakte auf einem anderen POD sitzt, dann harmonieren die PODs miteinander, alles andere wäre auch der Todesstoß für so ein Projekt. Der Umzug eines Accounts ist ebenfalls möglich (der Account auf dem Jabberserver bleibt hiervon natürlich unberührt).

Hat man einen POD installiert, nutzt irgend eine Installation oder einen der Offiziellen PODs (z. B. Frankreich oder Niederlande), gibt es auch schöne Clients für Debian und Derivate, FirefoxOS und Android. Das wiederum ist eine richtig schöne Sache, somit hat man seine Jabbergeschichte perfekt synchronisiert zwischen mobile device und Computer/Notebook.

 

movim

 

Ich finde das Konzept großartig, da bisher jeglicher Ansatz von Diaspora/Friendica daran gescheitert ist, dass es ein zusätzlicher Dienst war. Es war mühsam, wenn dann eine Mail kommt, dass man eine Nachricht hat usw. Bei diesem Konzept spricht nichts dagegen seine bisherigen XMPP Clients weiterhin zu nutzen und diese einfach ab und zu mitzunutzen.

Hat jemand schon Erfahrung damit. Gerade, wie sich der Server so verhält?

Wenn wieder mehr Zeit war, kann ich hoffentlich mehr Erfahrungen berichten. Ich finde bereits jetzt, dass es sich lohnt dieses Projekt zu unterstützen.
Im Gegensatz dazu, wenn “alle” zu Threema rennen, wenn Facebook Whatsapp kauft, ist das hier eben ein Zusatzfeature einer echten Lösung (dezentrales XMPP/Jabber) für das zentralisierte Datenschutzdesaster, das derzeit im Messengerbereich im Umlauf ist.

Links:

Wikipediaartikel

Offizielle Homepage

Client im Playstore

XMPP-Wikipediaartikel

Bildquellen:

movim Logo Von: Movim ProjectEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20092733

movim Chat: Screenshot von der offiziellen Homepage vom 11. Juni 2016 (Da auch ich (Bezug zu linuxundich) vor kurzem Geld bezahlen musste, da ich etwas unsauber mit Quellenangaben war, stellt sich die Frage, wie mache ich das in so einem Fall hier, also ganz richtig?)