Inhalt des Informatikunterrichts
Montag 26. Juli 2010 von Thoys
Es gibt unglaublich viele Leute die wissen wie Informatikunterricht auszusehen hat, doch was macht wirklich Sinn?
Frage 0: Wie habt ihr selbst den Informatikunterricht erlebt?
Frage 1: Soll es Informatikunterricht (IU) geben? (Derzeit gibt es ihn in vielen Bundesländern aber z. B. in BW nicht offiziell. Hier solle ganz normale Lehrer ohne Computerahnung diesen Part in den Unterricht einfließen lassen.)
Frage 2: Was soll im IU gelernt werden?
Ist es wichtig Zehnfingerschreiben zu lernen? Sollte alles kennengelernt werden oder manche Bereiche tiefer behandelt werden? Wie wichtig sollte Informatikunterricht sein/werden? Das sind nur ein paar Anregungen, ihr dürft kreativ loslegen.
Ich selbst denke, dass der Computer in unsere Kultur gehört und auch ausschließen ist, das heisst wenn jemand ein Handy nicht bedieen kann, läuft er gefahr aus der Gesellschaft ausgegrenzt zu werden.
Unabhängig von der Schulart sollte den Kindern beigebracht werden, was ein Computer kann und ein möglichst Breiter Eindruck über die Informatik – mit allen Teilbereichen – gegeben werden.
In höheren Klassen darf dann auch mal ernsthaft Programmiert werden oder z. B. LaTeX betrachtet werden.
Allerdings sollte die Grundschule frei von Computern gehalten werden. Es gibt für Kinder so viel zu lernen, so viel zu entdecken, wenn hier bereits ein Computer eingeführt wird bekommt dieser eine Legitimation und vieles anderes wird nichtmehr entdeckt.
Ab der 5. Klasse reicht es, in meinen Augen, immernoch “alles” zu lernen und es ist noch nicht “zu spät”. Die Kinder müssen erst die Welt entdecken, den Computer entdecken sie noch früh genug.
Dann sollen Sie es aber ab der 5. richtig entdecken. Auch mit Hintergrundwissen wie Datenschutz und allen Chancen und Gefahren der vernetzten Welt.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 26. Juli 2010 um 00:01 und abgelegt unter Computer, Planetenartikel, Soz. u. Gesellschaft. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.







Montag 26. Juli 2010 um 02:18
zu 0:
Wir hatten “ITG”, da haben wir nicht wirklich etwas gelernt, und Informatik (zuerst als AG, dann als Wahlfach). In letzterem sind wir zuerst theoretisch ran gegangen und im 2. Teil praktisch (eigene Projekte).
zu 1:
Auf jeden Fall!
zu 2:
Tatsache ist doch, dass das Einstiegsalter immer weiter sinkt und darauf auch die Wirtschaft mit spezielle Angeboten reagiert. Hier ist es wichtig, dass den Schülern beigebracht wird nicht auf jeden billigen Trick hereinzufallen und irgend einem Unternehmen die privatesten Geheimnisse anzuvertrauen die man sonst nichtmal im engsten Umfeld publik machen würde. Gerade damit sollte so früh wie möglich angefangen werden, bei Bedarf auch schon in der Grundschule.
Denn wenn ich zurück denke, hatte ich meinen ersten Rechner auch schon in der Grundschule, dann wird das vermutlich heute nicht anders sein
Hier muss Informatik noch kein eigenständiges Fach sein, aber sollte vllt doch schon einfließen.
Später im Schulleben sollte dann vermittelt werden wie man Texte setzt, mit Tabellen, Datenbanken und co umgeht. Gerne darf man auch etwas Theorie machen (Berechenbarkeit,…,Suchen, Sortieren,…) und ein wenig programmieren.
Montag 26. Juli 2010 um 10:28
Wir hatten an der Grundschule damals(etwa 1997) tatsächlich schon einen Computerraum. Wir hatten den ab und zu genutzt, um mit einem Matheprogramm rechnen zu üben. Das war zumindest schon mal gut, damit man keine “Angst” davor hat.
Ansonsten kamen wir erst in der Oberschule(bei uns aber 7. Klasse erst) öfters mal damit im Kontakt. In der 8. hatten wir dann das Pflichtfach ITG für ein Halbjahr. Da haben wir nen wenig gelernt woraus ein PC besteht, dass eigentlich alles nur aus 0 und 1 besteht und dann noch den Umgang mit Tabellen und Textprogrammen einer Office Suite geübt/gelernt.
Nicht viel, aber für den Zeitraum angemessen würde ich sagen.
Den einzigen Punkt den ich heutzutage noch hinzufügen würde (mal davon abgesehen, dass man das ruhig schon in die 5. Klasse schieben sollte) wäre der Punkt Internetkompetenz.
Aufgrund des Umfangs sollte man da schon halbes bis ganzes Schuljahr allein dafür veranschlagen um zu erklären, was ein Server, Browser usw. ist und macht.
Wie man sich im Internet verhalten sollte.
Wo gefahren lauern. Sowohl in Form von Schadcode und Viren, als auch von Gefahren für die Privatssphäre und eigene Zukunft durch al zu offener Umgang mit persönlichen Daten(Stichpunkt: Partiefotos und Arbeitgeber)
Wie die bekanntesten Webseiten funktionieren und organisiert sind.(Bei uns im Abitur, 13. Klasse war der Großteil des Kurses der Meinung, dass sämtliche Änderungen auf Wikipedia per Hand geprüft und freigeschaltet werden und man bis dahin die Änderungen nur bei sich sehen könne und sonst niemand <.< PS: Da gab es das System der gesichteten Seiten noch nicht)
Falls es nicht durch die vorherigen Punkte schon abgedeckt ist, das erkennen von auffälligkeiten, die zb. auf Schadsoftware hinweisen können.(wie im Fall mit den Webcams, der vor kurzem in den Medien war)
Montag 26. Juli 2010 um 14:26
Tatsächlich hab ich noch IU
, finde ich auch gut so, allerdings ist es wie bei vielen Lehrern so, dass manche (leider) nicht gut unterrichten können.
Zehnfingerschreiben ist meines Erachtens nicht so wichtig. je öfter man schreibt, desto schneller geht es auch intuitiv. wichtig dagegen sind Verhalten im Internet, der Lehrer sollte klar machen können, dass man selbst für das verantwortlich ist, was man macht (viele verstehen das einfach nicht
). Außerdem sollte eine gewisse Kritikfähigkeit, sowie gesundes Misstrauen (man sollte einfach nicht alles glauben) vermittelt werden. So, das hat sich jetzt auf’s Internet bezogen…
Umgang mit Textverarbeitung sollte nicht so ausgeweitet sein, das kann nahezu jeder mittlerweile. Wichtiger ist Tabellenkalkulation (viele bei mir haben kein Plan davon…). Und zum Programmieren:
Theoretik, also Programmier-Paradigmen, Redundanz, u.ä.
Und natürlich Problemlösungsmethoden. Und das ganze dann mit einer relativ einfachen Sprache in der Praxis umsetzen, allerdings nicht Delphi/Pascal, sondern eine Sprache die etwas mehr taugt, C++ kann man nicht von jedem verlangen. Mir fällt grad keine Einsteigersprache ein
Außerdem sollten Grundkenntnisse in HTML vermittelt werden und evtl. eine Skriptsprache
bevor ich’s vergesse: Open Source ist ganz wichtig, wir arbeiten fast ausschließlich mit geschlossenen Systemen (Delphi, MS Office), was aus Lizenzgründen alles ganz schön veraltet ist… außerdem würde das der Verbreitung von FLOSS ziemlich helfen und ach noch Geld sparen
Dienstag 27. Juli 2010 um 01:34
Hei, ich freue mich über die Rückmeldungen.
Es hat sich wohl tatsächlich gezeigt, dass wenn man einen 10 Finger Kurs macht, dass es wenige gibt die es eh schon konnten und andere die es nach ein paar Monaten nicht mehr können.
Zu der Anmerkung mit Wikipedia: Wir haben vor kurzem an der Hochschule darüber geredet und ich will es mal so zusammenfassen: Es wäre besser wenn unsere Lehrer sich selbst informiert hätten und uns das Wissen weitergegeben hätten.
Eine beliebte Geschichte ist, dass ein junger Lehrer mal die Profile seiner Schüler von irgendwelchen Communities ausgrdruckt und im Klassenzimmer aufgehängt hat. Die Schüler waren schockiert, wütend “das dürfen Sie nicht” usw.
Denen war überhaupt nicht klar, dass im Internet etwas “veröffentlicht” wird, dass das bedeutet, dass es wirklich öffentlich und für jedermann zugänglich ist.
Leider braucht es für FLOSS immer einen engagierten Lehrer, wenn es diesen nicht gibt läuft alles auf irgedwelche “Berater” hinaus, welche die Schulen um den Finger wickeln. Aber das positive ist, dass es immer mehr davon gibt.
Grüße Thoys
Mittwoch 18. August 2010 um 15:20
Wir haben im “Informatik” unterricht der Mittleren Reife gelernt was Disketten sind, was drauf gespeichert werden kann, was ein Motherboard ist und andere unabdingbare Hardware, und wie DOS aussah.
Für mich war der Unterricht fürn ‘***’
Zehnfinger System haben wir im KTB unterricht gelernt “Kommunikations Technischer Bereich” und auch wie man Serienbriefe schreibt und ähnliches.
Lässt meiner meinung nach auch viele Wünsche offen!
Naja der vorteil daran das man hier keine Programmiersprache, oder eine Strukturbeschreibungssprach lernt ist das man sie nicht Schulisch aufgezwungen falsch lernen kann. Man hört ja von deren veralteten HTML Praktiken…